St. Peter’s International School in Salaga

Salaga liegt in der Savanne Nordghanas, an der ehemaligen Verbindungsstraße vom Süden nach Norden (Accra-Tamale). Seit der Flutung des Volta vor ca. 60 Jahren, ist diese Verbindung durch den entstandenen Voltasee unterbrochen. Salaga liegt seither im Abseits. Nach 1-stündiger Überquerung des Sees und weiteren 40 km Straße erreicht man die Kleinstadt.
Hier sind 80% der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Die gesamte Region ist wenig entwickelt. Außer Strom und Wasserpumpen gibt es nur eine geringe Beteiligung an „moderneren“ Errungenschaften der Technik.

Die Versorgung der Krippen-, Kindergarten- und Schulkinder in Salaga ist ein großes Problem der dort lebenden, meist recht armen Bevölkerung. Kleine, noch nicht schulpflichtige Kinder müssen zur Arbeit mitgenommen werden oder bleiben fast unbetreut bei Nachbarn, bzw. ganz alleine.
Die in der Landwirtschaft tätigen ArbeiterInnen, allen voran allein erziehende Frauen, können ihre Kinder nicht in Kindergärten oder –krippen schicken, da die Kosten hierfür zu hoch sind. Aufgrund dieser Situation wurde der pensionierte Lehrer Mr. Tsinagye vor 11 Jahren gebeten, die Betreuung einiger kleiner Kinder zu übernehmen. Hieraus entwickelte sich St. Peter’s International School.

Unter den 17 Grundschulen in Salaga ist die Schule unseres Projektpartners, St. Peter’s International School, die einzige, die die Kinder bis 15 Uhr nachmittags und bereits ab dem 2. Lebensjahr besuchen können. (Staatl. Schulen schließen regulär um 12 oder 13 Uhr.)

St. Peter’s International School, wird zz. von 457 Kindern besucht, die von 12 Lehrern in 6 Klassenräumen und 6 „Schuppen“ (Wellblechdach auf Holzpfosten) unterrichtet werden. Die „Schule“ umfasst 1 Gruppe der 1 – 2 jährigen, 2 Kindergartengruppen: a) 3 – 4 jährige und b) 5 – 6 jährige. 6 Schulklassen der Primarstufe von Klasse 1 – 6. Bis zum Ende des letzten Schuljahres gab es Klassen der Junior Secondary School (JSS). Diese wurden aufgrund mangelnder Finanzen zu Beginn dieses Schuljahres aufgelöst.
St. Peter’s International School erhebt ein Schulgeld von 3 GHS pro Monat, das entspricht ca. 1,50 €. Hiervon werden sowohl Lehrer und Bücher als auch das tägliche Mittagessen der Schüler bezahlt.
Mr. Tsinagye erwähnt, dass einigen besonders stark von Armut betroffenen Müttern selbst dieser kleine Betrag erlassen werden muss, da die Kinder sonst unbetreut bleiben, bzw. überhaupt keine Schule besuchen.

Trotz ärmlicher Bedingungen, kann die Schule gute Erfolge vorweisen.
So bestanden knapp 82% der JSS Schüler die Prüfung zur SSS (Senior Secondary School); der Durchschnitt im District liegt bei 44,5%. Auch das Niveau der Primarschulen ist im Vergleich zu den staatlichen Schulen höher. Den Übergang in die JSS erreichen fast alle Schüler. Dieser Qualitätsunterschied lässt sich insbesondere durch die kleineren Klassen von 40 – 50 Schüler/Klasse (in Staatsschulen: 80 – 120 Schüler/Klasse) erklären, außerdem wird in der St. Peter’s Schule von Beginn an Englisch gesprochen. Durch den Besuch von St. Peter’s International School werden Kindern und Jugendlichen in der Region die Möglichkeit gegeben, eine höhere Bildungslaufbahn anzutreten (Studium etc.)

Die Schule wurde 1998 von Mr. Tsinagye gegründet, der sich in den Räumlichkeiten der katholischen Mission zunächst der Kinder annahm. Mit steigendem Alter der Kinder wurden neue Klassen gegründet, so dass die Räume der Mission verlassen werden mussten. In den Jahren 2003 und 2005 wurden je 3 Klassenräume einfachster Art durch die Beiträge und aktive Unterstützung der Eltern gebaut. Alle Klassenräume besitzen weder Türen noch Fenster. Das Mobiliar besteht aus Tischen, Bänken und der Tafel. Schulische Materialen müssen täglich transportiert werden, da nichts weggeschlossen werden kann.
Ein neuer, dringend notwendiger Raum für eine Klasse wurde im Jahr 2008 begonnen. Eine Fortsetzung des Baus konnte aufgrund fehlender Mittel nicht erfolgen.

Wir möchten die Schule durch unsere Unterstützung dazu befähigen, ihre Bildungsarbeit unter verbesserten Bedingungen fortzusetzen. Deshalb wird als ersten Schritt mit unserer Hilfe eine Klasse mit Veranda, verschließbaren Türen, Fenstern und Mobiliar gebaut.

Wir streben perspektivisch die Unterstützung beim Neubau weiterer Klassen an, damit der Zweig der Junior Secondary School wieder aufgenommen werden kann.
Ferner ist die Planung einer schuleigenen Farm in der Diskussion.