Das Frauenprojekt ANAFAM
In Guinea sind ca. 67% der Bevölkerung über 14 Jahre Analphabeten (Welt weit der 4.letzte Platz). Besonders hart betroffen hiervon sind Frauen. Um der Armut auf dem Land zu entfliehen kommen zahlreiche Familien verschiedener Ethnien in die Hauptstadt Conakry. Hier sind diese Frauen mit vielen Problemen gleichzeitig konfrontiert. Im Bildungsbereich sind dies fehlende Berufsausbildung, Analphabetismus ebenso wie fehlende Kenntnisse der Amtssprache Französisch.
Unser Projektpartner ANAFAM bietet Mädchen und jungen Frauen in schwierigen Lebenssituationen die Möglichkeit, Grundkenntnisse in der französischen Sprache im Lesen, Schreiben und Rechnen zu erwerben und zusätzlich eine Ausbildung in den Bereichen Schneiderei, Färberei und Seifenfabrikation zu erhalten. Das Ziel des Projekts ist die Befähigung junger Frauen und Mädchen durch Ausübung eines Berufs zum eigenen Lebensunterhalt und dem der Familie beizutragen und somit der schlimmsten Armut zu entfliehen.
Die ANAFAM hat ihren Sitz in dem zentral gelegenen Stadtteil Dixinn. Die zurzeit 25 Teilnehmerinnen des Projekts kommen aus diesem oder benachbarten, ebenso verarmten Stadtteilen Conakrys.
Zur Geschichte unserer Partnerschaft.
Nachdem die ANAFAM im Jahr 2006 zunächst ihr Grundstück und das Schulungsgebäude verlor (Tod des Eigentümers), verhinderten immer wieder aufflammende politische Krisen sowie Mangel an finanziellen Mitteln die Wiedereröffnung in einem neuen Gebäude.
Durch die Unterstützung der WAI konnten im März 2008 neue Räumlichkeiten bezogen und ein Hangar gebaut werden, der mit dem Mobiliar der alten Schule bestückt werden konnte. Hier wurde die Alphabetisierung wieder aufgenommen. Die alten Behältnisse und Materialien der Färberei und der Seifenfabrikation konnten nicht mehr eingesetzt werden.
Durch einen Container mit Nähmaschinen, PCs und weiterem Material, konnte die Schneiderei wieder starten. Hiervon konnten wir uns persönlich bei einem Besuch in Guinea im Januar 09 überzeugen.
In Kürze können die Färberei und Seifenfabrikation wieder aufgenommen werden. Die fehlenden finanziellen Mittel dafür stehen jetzt bereit.
Nach der Einrichtung der oben genannten basalen Ausbildungszweige wollen wir die ANAFAM bei der Errichtung ihres eigenen Internetcafés unterstützen, durch das sich das Projekt endgültig selbst finanzieren kann. Auch hierfür gibt es seitens unserer Partner bereits konkrete Vorstellungen.